Der Pakt der Wölfe |
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| Bewertung | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| Genre | Komödie |
| Blutmenge | unnötig viel |
| Kameraführung | verwirrend direkt |
| Inhalt | Helden, Schurken, unschuldige, schuldige, Sexszenen, Kampfszenen, Überaschungen, Blutlachen, Tote, Regen, Schlamm, Tiere, Pferde, Herzschmerz, Happy-End |
Vor nicht allzu langer Zeit begab es sich, dass sich die Wölfe von Menschen bedroht fühlten.
Deshalb beschlossen sie einen Pakt zu schliessen um gemeinsam das Unheil zu bekämpfen.
Hätte die Zusammenfassung des Drehbuches so gelautet, so wäre eventuell noch was Gescheites dabei herausgekommen.
Leider hat sich aber alles ein wenig anders zugetragen... Wir befinden uns in der Zeit der französischen Revolution.
Der Zufall wollte es, dass wir Zeuge werden wie ein Adeliger seine Geschichte zu Papier bringt, bevor ihn der Pöbel zu fassen kriegt.
Der nicht mehr lange Lebende erzählt uns eine sonderbare Geschichte, welche sich sehr wohl auch heute noch so zutragen könnte...
Zu Beginn sehen wir wie ein Mädchen und zukünftige unschuldige Tote angsterfüllt
von jemandem oder etwas auf der Flucht ist. Leider nützt ihr alles Rennen nichts
und das etwas holt sie ein und ... Anschliessend werden wir Zeuge wie eine Meute
fröhlicher Menschen eine Frau und ihren Begleiter mit schmerzenden Hieben traktieren.
Es regnet in strömen und Schlamm ist überall.
Nun erscheinen unsere zwei Helden auf zwei Pferden. Die zugelaufene Rothaut steigt ab
und verprügelt im Alleingang (ja, in Filmen ist so etwas möglich) die lustige Meute.
Anschliessend reiten die beiden Guten ins Dorf. Dieses wird von einem geheimnisvollen
Monster heimgesucht, welches bevorzugt allein stehende Frauen zu verspeisen pflegt. Die
Dorfbewohner sind der Meinung, dass es sich dabei um einen Wolf handeln muss (wir wissen
natürlich jetzt schon, dass sie sich irren).
So geht es nun munter weiter. Das Monster frisst unschuldige Dorfbewohner, die Dorfbewohner
töten unschuldige Wölfe und die zugelaufene Rothaut prügelt sich mit jenen die es verdient
haben. Dazwischen werden ein paar falsche Fährten gelegt, da ansonsten dem Zuschauer schon
in der ersten Hälfte die lasche Handlung auffällt. Irgendwann trifft der Abgesandte und Blutsbruder
des zugelaufenen Indianers auf eine geheimnisvolle Schöne (unschuldiges Mädchen) und da er
sie nicht gleich kriegt, besuchen unsere Helden ein Bordell. Doch auch diese Episode lässt
den Film nicht besser werden. Ganz im Gegenteil: Sie passt noch weniger zum Film als die
offenen Handlungsstränge.
Aber unsere Helden lassen sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen und lösen den Fall um
das böse Monster. Allerdings bezahlt einer von ihnen seine Neugier mit dem Leben. Dies macht
den Film aber auch nicht besser als er ist. Zuletzt haben wir, ach wie unerwartet, ein Happy End.
Der verbliebene Gute kriegt das unschuldige und beinahe verstorbene Mädchen und die bösen
Leute einschliesslich des jagenden Schurken werden entweder getötet oder verhaftet.
Nur der Vollständigkeit halber: Der jagende Schurke hat irgendwann einmal die absurde
Idee er könnte doch das unschuldige Mädchen vergewaltigen. Was er dann auch prompt macht.
Er hatte wohl die Wahnwitzige Vorstellung, dass diese Handlung den Film aus dem besseren
Mittelmass herausheben könnte. Doch auch er hat sich geirrt.
Kommen wir nun zu meiner absoluten Lieblingsszene des Films:
Der Schurke und Bändiger des Monsters ist überführt und es entbrennt so wie es sich gehört
ein Kampf um Leben und Tod zwischen ihm und dem Abgesandten. In diesem Verlauf prügeln die
zwei so heftig aufeinander dass jeder von ihnen mindestens sieben Katzenleben verliert. Aber
letztendlich gewinnt das Gute (Abgesandter) gegen das Böse (Schurke) und letzterer wird an
der Kehle (Gurgel) so schwer verletzt, dass dieser ermattet und mit dem Tode ringend zu Boden
geht. Dort bleibt er dann auch überraschenderweise liegen und verstirbt. Doch zuvor gluckst
er noch ein paar mal vor sich hin und der Zuschauer wird Zeuge wie er dabei jedes Mal ein paar
Deziliter Blut verliert. Obwohl sicherlich nicht so beabsichtigt sieht dieses Versterben so
unwirklich aus, dass es absolut amüsant ist, den letzten Sekunden des Schurken beizuwohnen.
Die Geschichte ist geprägt von übertriebener Gewaltdarstellung und einer ungewohnten, weil
personennahen Kameraführung. Es kommt zuweilen vor, dass während eines Dialoges nur zwei
Drittel eines Gesichtes auf der Leinwand sichtbar sind. Das Monster wird manchmal mittels
Computersimulation ins Geschehen eingebunden welche so gelungen wirkt wie die Animation
in früheren Godzillafilmen.
Zu lustig um als Horrormärchen à là Sleepy Hollow durch zu gehen. Spannung will wegen der übertrieben dargestellten Gewalt und mehreren nicht zu Ende gedachten Handlungssträngen keine aufkommen. Aber das Monster ist echt schnuselig und eine richtige Kampfmaschine. Früher gab es halt noch keine Panzer. Dann hätte aber wahrscheinlich auch Arnold Schwarzenegger mitgewirkt.
2002 - Rasertom